KV Rhein-Sieg

Nicole Westig entsetzt über Corona-Missmanagement der Bundesregierung

"Gut, dass die planlos verordnete Osterruhezeit nun wieder vom Tisch ist. Allerdings lässt einen dieses chaotische Agieren unserer Bundesregierung einfach nur fassungslos zurück. Es genügt nicht, dass die Kanzlerin den Fehler mit der Ruhezeit korrigiert, an einem Entscheidungsmechanismus wie der MPK, der systematisch Fehler produziert, jedoch festhält. Entscheidungen gehören ins Parlament und nicht in nächtliche Hinterzimmerrunden.

Statt sich von Lockdown zu Lockdown zu hangeln, sollte die Bundesregierung nun endlich einen Zahn beim Impfen zulegen und eine kluge Teststrategie entwickeln, die gesellschaftliches Leben unter bestimmten Bedingungen wieder ermöglicht. Nicht nur die Geduld der Bürgerinnen und Bürger, die seit über einem Jahr mit großer Mehrheit alle Corona-Maßnahmen mittragen, ist endgültig erschöpft. Ihr Vertrauen in diese Regierung ist ebenso restlos verspielt.

Für die Menschen im Rhein-Sieg Kreis wäre es in dieser Situation wichtig, dass endlich auch die Hausärzte impfen können: Wichtig für ältere Menschen, die ihrem Hausarzt vertrauen, wichtig für Menschen mit Vorerkrankungen, damit die Hausärzte entscheiden können, welcher ihrer Patienten schneller geimpft werden kann und wichtig für das ohnehin überlastete Kreisgesundheitsamt, das von zusätzlichen bürokratischen Aufgaben entlastet würde. Die Einbeziehung der Hausärzte wäre wesentlich wirkungsvoller als die Errichtung eines zweiten Impfzentrums.

Natürlich unterschätzen wir nicht die Gefahr, die von den Mutationen ausgeht, doch wir sehen auch die enormen sozialen und wirtschaftlichen Schäden. Nach mehr als einem Jahr Pandemie muss es in dieser Situation zu einer Abwägung zwischen den Risiken kommen. Es gibt heute Wege, unsere Gesundheit zu schützen und gleichzeitig mehr gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben offenhalten. Angesichts des drohenden Akzeptanzverlustes der aktuellen Pandemie-Politik in der Bevölkerung müssen diese Wege nun endlich eingeschlagen werden."

 

 

Nicole Westig