FDP-Kreistagsfraktion setzt sich für Kita-Sprachförderung vor Ort ein
Die FDP-Fraktion im Kreistag betrachtet die von CDU und Grünen in NRW geplante Einführung der sogenannten ABC-Klassen mit großer Skepsis. Zwar sei eine frühzeitige Sprachförderung ein wichtiges Ziel, doch die vorgelegten Pläne des Landes NRW lassen zentrale Fragen offen und schaffen neue Probleme. „Kinder mit Förderbedarf brauchen Unterstützung. Doch Vier- und Fünfjährige aus ihrer vertrauten Umgebung herauszulösen, mit Bussen zu anderen Einrichtungen zu fahren und dort von fremden Personen unterrichten zu lassen, ist pädagogisch fragwürdig. Sprachförderung gelingt am besten in vertrautem Umfeld und durch Menschen, zu denen die Kinder eine Bindung haben. Sprachförderung ist zu wichtig für Symbolpolitik und halbherzige Lösungen,“ erklärt Jana Rentzsch, schulpolitische Sprecherin der FD- Kreistagsfraktion Rhein-Sieg.
Die FDP fordert daher, Sprachförderkräfte in die Kitas zu bringen. Das Land müsse ein Konzept vorlegen, das pädagogisch sinnvoll, personell realistisch und finanziell vollständig hinterlegt ist. Denn bisher sei weder die Finanzierung des Vorhabens geklärt noch der zusätzliche Personalbedarf berücksichtigt. Und schon heute fehlten Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte an vielen Stellen. „Die Vorgaben kommen vom Land und wurden vor Ort nicht bestellt. Umso wichtiger ist es, dass der Rhein-Sieg-Kreis gemeinsam mit den Kommunen, den Trägern und den Einrichtungen nach Lösungen sucht, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden. Wo Handlungsspielräume bestehen, sollten vertraute Lernumgebungen, kurze Wege und möglichst konstante Bezugspersonen Vorrang haben,“ fordert Jana Rentzsch.